HNE Eberswalde, Fachbereich Holzingenieurwesen


An der Hochschule besteht eine über 180jährige Tradition in der Lehre und Forschung entlang der Wertschöpfungskette Forst – Holz.

Am Fachbereich Holzingenieurwesen erfolgt die Lehre und Forschung zu dem Glied der Holzbe- und -verarbeitung in dieser Kette.

Die verfahrenstechnischen Herausforderungen hinsichtlich der Be- und Verarbeitung des Werkstoffs Holz, welche sich über die gesamte Wertschöpfungskette – vom lebenden Baum bis hin zum fertigen Produkt – erstrecken, sind enorm. Diesen Herausforderungen hat sich der Fachbereich Holzingenieurwesen in Lehre und Forschung verschrieben. Engagiert werden die Grundlagen und Spezialisierungen des Holzingenieurwesens gelehrt. Vermittelt werden Daten, Fakten und Arbeitsweisen, um darauf aufbauend Methoden zur praktischen Problembehandlung zu erarbeiten.

Der Unterricht erfolgt praxisorientiert und stützt sich auf eine erprobte Mischung aus fachlicher Grundlagenvermittlung und Methodenlehre. Spezifische Arbeitsweisen aus den jeweiligen Disziplinen werden an konkreten Beispielen im Labor oder Technikum trainiert. Die gezielte Kooperationen mit einer Vielzahl von Unternehmen und Einrichtungen schafft den Bezug zur Praxis. In Entwicklungsarbeiten wird die Industrie unterstützt und ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung durch die Erforschung effizienter Technologien geleistet. Durch Kernkompetenzen in den Bereichen Holzschutz, Klebetechnik, nachhaltiges Bauen, Holzmodifikation, CNC-Technik, Brandschutz, Messtechnik, Qualitätssicherung und Produktionsplanung wird ein breites Anwendungsfeld vom innovativen Produktdesign bis hin zur Optimierung und Entwicklung von prozessorientierten und verfahrenstechnischen Technologien rund um den Werkstoff Holz bedient.

Ein Portrait◥ des Fachbereichs Holzingenieurwesen — HNE Eberswalde ist bei Youtube verfügbar.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schwarz
HNE Eberswalde
Fachbereich Holzingenieurwesen
Friedrich-Ebert-Str. 28
16225 Eberswalde
Tel.: +49-3334-657-374
ulrich.schwarz@hnee.de
http://www.hnee.de◥

 


 

Schmalflächenbearbeitung von neuartigen Plattenwerkstoffen

Titel: Qualitätssicherung und Ressourceneffizienz bei der Schmalflächenbearbeitung von neuartigen Plattenwerkstoffen aus Einjahrespflanzen

Kurzbeschreibung, Ergebnisse

Charakterisierung der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zur Kantenqualität von neuartigen Plattenwerkstoffen aus Einjahrespflanzen sowie daraus abgeleitet die Entwicklung einer neuen optischen Scannereinheit als modulares und multisensorielles Inspektionssystem. Dieses dient der Kontrolle und automatischen Beurteilung der Kantenqualität bei der spanenden Be- und Verarbeitung. Aus den Messergebnissen wurde zusammen mit der Fa. Baumer ein Scanner sowie ein Algorithmus zur Schneidenabstumpfung bei der Fräsbearbeitung von Werkstoffen, die Einjahrespflanzen als Rohstoffgrundlage haben, entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Abbildung: Kantenqualität einer Weizenstroh-Spanplatte in Abhängigkeit vom Schnittweg (1m / 3000m / 6000m / 10000m)

 


 

Werkzeugverschleiß bei der spanenden Bearbeitung von Holzwerkstoffen aus silikatreichen Partikeln

Kurzbeschreibung, Ergebnisse

Die Ergebnisse des Vorhabens (AiF-ProfUnt: 1723X08) liefern eine Grundlage für die Beurteilung alternativer Partikelrohstoffe hinsichtlich ihrer Verschleißwirkung bei der spanenden Bearbeitung daraus gefertigter Plattenwerkstoffe. Die Untersuchungen zur Partikelmorphologie der Silicatrückstände belegten prinzipielle Unterschiede hinsichtlich Struktur und Größe zwischen biomineralisierten Silicaten (Struktursilicaten) und Silicaten aus Verunreinigungen (Störstoffsilicaten). Entgegen der bisherigen Praxis erscheint eine Differenzierung zwischen Störstoffsilicaten und Struktursilicaten als zwingend notwendig, da sich deren Verschleißwirkung bei gleichem massebezogenen Gehalt gravierend unterscheiden kann. Anders als allgemein angenommen, haben biomineralisierte Silicate aufgrund ihren zumeist filigranen, dünnschichtigen Strukturen eine zum Teil deutlich geringere Verschleißwirkung als massiv-körnige Störstoffsilicate. Erstmals konnte im Rahmen umfangreicher Untersuchungen am Beispiel von Weizen- bzw. Rapsstroh gezeigt werden, dass potentiell zur Herstellung von Holzwerkstoffen nutzbare alternative Lignocellulosen sich hinsichtlich ihrer Verschleißwirkung im Endprodukt nicht zwangsläufig von holzbasierenden Spanplatten unterscheiden. Der Einfluss mineralischer Inhaltsstoffe (vorwiegend Silicate) auf den Schneidstoffverschleiß hängt in erster Linie von deren Partikelstruktur, -größe und erst dann vom Gehalt ab. In Bezug auf Störstoffsilicate konnte ein linearer Zusammenhang zwischen deren Gehalt und dem Verschleiß belegt werden. Als wesentlicher Einflussfaktor auf den Verschleiß erwies sich die Rohdichte.

Abbildung: REM-Aufnahme von Weizenstroh-Struktursilicat (Halmfragment mit Spaltöffnungen, links Innenseite, rechts Außenseite)

Der Schlussbericht◥ ist bei der Technischen Informationsbibliothek und Universitätsbibliothek Hannover verfügbar.

Sonstige Veröffentlichungen zum Thema

Müller C, Deetz R, Schwarz U, Thole V (2011)
Agricultural residues in panel production — Impact of ash and silica content.
In: Grönlund A, Cristóvão L (Hrsg.) Proc. of the 20th International Wood Machining Seminar, 7-10 Juni, Skellefteå, Schweden

Müller C, Schwarz U, Thole V (2012)
Spanplatten aus Einjahrespflanzen — Bedeutung von mineralischen Inhaltsstoffen und deren Struktur für den Schneidstoffverschleiß.
In: Wagenführ A (Hrsg.) Tagungsband des 15. Holztechnologischen Kolloquiums Dresden, 29-30 März, Dresden, ISBN 3-86005-534-8

Müller C, Schwarz U, Thole V (2012)
Zur Nutzung von Agrar-Reststoffen in der Holzwerkstoffindustrie.
European Journal of Wood and Wood Products 70(5):587-594, DOI: 10.1007/s00107-011-0589-0

Müller C, Deetz R, Schwarz U, Thole V (2012)
Agricultural residues in panel production — Impact of silica particle content and morphology on tool wear.
Wood Material Science & Engineering, DOI: 10.1080/17480272.2012.681702

 

 


Bildnachweis: HNE Eberswalde